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Sie befinden sich im Themenbereich "Fachkräfte - gute Arbeit unter erschwerten Bedingungen".

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Wie hat sich die Pandemie auf die Fachkräftegewinnung und -Ausbildung ausgewirkt? Die Akteure im Bezirk bemerkten insbesondere bei den praktischen Ausbildungsanteilen deutliche Verzögerungen, vor allem aufgrund der Hygiene-Bestimmungen. Bei der Fachkräfte-Gewinnung verstärkt die Corona-Krise einen bereits länger deutlichen Trend hin zu mehr Social-Media und anderen digitalen Tools (im Gegensatz zur klassischen Job-Messe). Für das Image des Pflegeberufs und damit verbunden für die Arbeitsbedingungen sehen die meisten aber eher keine positiven Effekte durch die gesteigerte Aufmerksamkeit für das Thema in diesem Jahr. Klicken Sie auf die Bilder um die Galerie zu öffnen.

 

 

 

Benita Banditt, Einrichtungsleiterin am Seniorenzentrum Dr. Kurz Winter in Lichtenberg berichtet, warum Ihre Beschäftigten gerne im Seniorenzentrum arbeiten und worauf es bei einem guten Arbeitsplatz in der Pflege ankommt.

 

 

Torsten-Jens Adrian vom SANA-Klinikum in Lichtenberg gibt Einblicke in das Erfolgsrezept der populären Kampagne des Krankenhauses um neue Pflegekräfte, die im letzten Jahr in vielen U-Bahnen und auch digital präsent war. Während die klassischen Jobmessen nicht erst seit Beginn der Corona-Krise nichtmehr allein den Erfolg bringen, zeigt die Kampagne von SANA auf, wie in kreativer Weise und über die Kanäle, die ihre Zielgruppe erreichen, zugleich auch noch das Image des Pflegeberufs aufgefrischt werden kann.

 

 

Die Ludwig-Fresenius Schule in Berlin bildet Ergotherapeuten, Logopäden oder Physiotherapeuten aus. Welche Schwierigkeiten dabei durch die Pandemie auf die Schule zukamen, erläutert Silvia Grabs in einem kurzen Input. Außerdem betrachtet Sie in Ihrem Vortrag das Thema der Akquise und Anpassungsqualifizierung ausländischer Pflegefachkräfte aus Drittstaaten auch in Corona-Zeiten.

An die Akteure: Die Freseniusschule sucht Unternehmen, die trotz schwieriger Zeiten Praktikumsplätze für Schüler der Fresenius-Schule anbieten können. Außerdem laufen Pläne für eine digitale Stellenbörse für die weitere Partner gesucht werden. Interessenten am Thema ausländische Pflegefachkräfte sind ebenfalls aufgerufen, sich zu melden.

Entsprechende Anfragen können per Mail an das Netzwerkmanagement gerichtet werden. Mail an den Netzwerkmanager

 

 

Dana Kuhlmey betreut bei der AOK Nordost die betriebliche Gesundheitsförderung. Sie unterstützt Sie im Aufbau und in der Stärkung gesundheitsförderlicher Strukturen in einem strukturierten Gesundheitsmanagementprozess. Dafür analysiert und berät Sie auch die Lichtenberger Gesundheitswirtschaft zur gesundheitsförderlichen Lebensstil- und Arbeitsgestaltung. Wie dabei auch zunehmend digitale Hilfsmittel zum Einsatz kommen erklärt Sie im Video.

 

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Sylvia Michalzik (Gesundheitswissenschaftlerin und Sozialarbeiterin, ZIK gGmbH) schreibt:

Ich bitte darum, die Arbeit erschwerenden Coronabedingungen, in Bezug auf die Klienten und die Sollerfüllung der Hilfebedarfsgruppen (Fallmanagement), die zum Oktober 2020 wieder angezogen wurden, entsprechend erneut zu lockern. Es ist unbedingt zu berücksichtigen, dass für Klienten, wie für das unterstützende und pflegende Personal Ausnahmezustand herrscht. Klienten wie Personal reagieren sehr individuell auf die Coronagegebenheiten, wollen z.B. nicht mehr BVG fahren, um sich zu schützen. Klienten müssen dennoch kontinuierlich versorgt werden, da das kollektive Bewusstsein, wie generalisierende Ängste und Einsamkeit, auch bei den Klienten, vorherrschende Themen sind. So ist es generell wichtig, nicht die Klienten in irgendein System zu pressen, sondern das System an die Bedürfnisse der Klienten anzupassen. Hierfür braucht auch das zu versorgende Personal entsprechend Bewegungsspielraum, um sich auf die individuellen Bedürfnisse und Notwendigkeiten des Klientels einzustellen, da es sonst auf Kosten des unterstützenden Personals geht.

Sylvia Michalzik (Gesundheitswissenschaftlerin und Sozialarbeiterin, ZIK gGmbH) schreibt weiterhin:

Aus meiner privaten und dienstlichen Erfahrung sage ich, dass in den letzten Jahrzehnten das Thema Fachkräftemangel zu sehr begatellisiert bzw. nicht adäquat beachtet wurde. Vielerorts in Krankenhäusern, Arztpraxen, bei Sozialpsychiatrischen Diensten, bei allen helfenden und pflegenden Berufsgruppen der sozial-medizinischen Versorgung, herrscht ein besorgniserregender Versorgungsnotstand, die zur völligen Überforderung des Personals führt und Patienten schon lange nicht mehr adäquat versorgt. Das fängt bei monatelangen Wartezeiten auf Facharztermine an, zeigt überfüllte Psychiatrieplätze, geht weiter über unzumutbare normale Wartezeiten von bis zu 7 Stunden in Onkologie- u. a. Warteräumen und geht bis zur täglichen Überforderung durch miserable Arbeitsplatzbedingungen und mangelhafter Vergütung des helfenden und pflegenden Personals. Die händeringende Suche, über teuer bezahlte Schlepper, nach Fachkräften im Ausland, bringt da auch keine Lösungen für diese Misere, da diese neu angeworbenen Kräfte, die Standards hier nur bedingt oder gar nicht erfüllen können. Hier muss m. E. sofort an den jeweiligen Arbeitsplätzen gehandelt werden. Es bedarf niveauvoller Ausbildungen, guter Arbeitsbedingungen und natürlich einer adäquaten Vergütung, mindestens nach Tarif des öffentlichen Dienstes, für alle Arbeitnehmer gleichermaßen. Die gesellschaftliche Gesundheitsversorgung darf nicht privatisiert und auf gewinnmaximiert sein, sondern muss staatlich geregelt werden. Solange das nicht endlich alles vernünftig neu festgelegt wird, wird man sonst die katastrophalen Bedingungen im Versorgungssystem auch nicht mehr abschaffen können, sondern vermutlich noch weiter verschlimmern.

 

letzte Änderung: 09.12.2020